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Interview: Kooperation statt Konkurrenz?

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Der Lebenskunsblog, ein Gemeinschaftsprojekt von betrachtenswert.de und zenkreis.de, führte das Interview mit Anke Waterkamp, einer der 6 Coaches aus dem Coachingnetz Lech-Ammersee. Anlass war ein kostenloser Impuls-Nachmittag (am 17.11.2012 in Landsberg am Lech), dessen Motto  "Kooperation statt Konkurenz" die Lebenskünstler sehr ansprach.  

LK: Warum sollten Menschen kooperieren statt konkurrieren?
Anke: Konkurrenzdenken ist ein Denken im Mangel. Ich habe Angst, dass mir jemand etwas wegnimmt, grenze mich ab, halte Informationen zurück und muss schließlich immer auf der Hut sein vor den “anderen”. Das fühlt sich eng an und kostet viel Kraft und Energie. In Kooperationen kann sich diese Energie freier entfalten. Jeder hat besondere Talente, die sich ergänzen und potenzieren. So kann ganz Neues entstehen, das keiner der Beteiligten alleine geschafft hätte. Es ist ein Leben aus der Fülle und das Miteinander bereitet mehr Freude.

 

LK: Was verstehst du unter „Persönlichkeitsentwicklung“?
Anke: Persönlichkeitsentwicklung heißt für mich, meine Talente und Potentiale mehr und mehr zu leben und Blockaden, die mich daran hindern, aus dem Weg zu räumen. Ich entwickle die Fähigkeit mir Ziele zu setzen, und auch “dran zu bleiben” wenns mal holpriger wird. Irgendwann kommt dann vielleicht auch die Frage nach dem Sinn des Ganzen auf. Der Dalai Lama hat einmal auf diese Frage geantwortet “Der Sinn des Lebens ist es, glücklich zu sein”. Und da wirds dann erst richtig spannend: Es heißt herauszufinden, was Glück für mich wirklich bedeutet und dabei offen zu sein, für ganz unerwartete Erkenntnisse ......
 
 
LK: Wie bist du mit dem Thema in Berührung gekommen?
Anke: Ich habe seit meiner Jugend viel Sport getrieben, auch wettkampfmässig, habe Grenzen ausgetestet und mich mit Mentaltechniken beschäftigt, die ermöglichen, auch hoch gesteckte Ziele zu erreichen. Dann kam aber erst einmal die Karriere.  In meiner Rolle als  IT-Projektleiterin und Führungskraft hieß für mich Persönlichkeitsentwicklung zunächst, zu lernen Ziele wirkungsvoll umzusetzen, effektiv zu Kommunizieren, mich in einer von Männern dominierten Welt durchzusetzen und ein Team zu führen und zu motivieren. Nach gut 10 Jahren war für mich hier die Luft raus und es war Zeit für etwas Neues. Ich habe dann eine Coaching-Ausbildung abgeschlossen und mich selbständig gemacht. Heute begleite ich als Coach  Menschen auf ihrem Weg.
 
 
LK: Wozu braucht man Coaching?
Anke: Coaching ist eine Begleitung auf Zeit um Ziele zu erreichen, Probleme zu lösen und eben auch Persönlichkeit zu entwickeln. Oft haben wir selbst schon vieles probiert um das Thema zu lösen und drehen uns dabei immer wieder im Kreis. Ein Coach kann dann helfen, neue Perspektiven einzunehmen und neue Wege aus diesem “Teufelskreis” zu entdecken. Die Themen können aus dem beruflichen Umfeld kommen oder auch aus dem privaten. Ganz konkret kann das z.B. sein: Lampenfieber abbauen, Selbstvertrauen aufbauen, innere und äußere Konflikte lösen, Entscheidungen treffen, Rückschläge reflektieren, ein konstruktiver Umgang mit Stress und Belastung, ein mir wichtiges Ziel umsetzen und vieles mehr.
 
 
LK: Kann man sich als „Normalo“ ein Coaching leisten oder warum/wann/in welchen Situationen sollte man es sich leisten?
Anke: Ich denke jeder, der in einer Situation ist, wo ein Coaching ihm weiterhelfen kann, sollte sich in Bezug auf die Kosten die Frage stellen: Was ist mir meine Lebensqualität und Lebensfreude wert, die ich durch ein Coaching steigern oder wiederfinden kann ?
Für berufliche Themen lässt sich übrigens der berühmte “Return of Invest”  oft sogar sehr leicht rechnen. Nehmen wir man das Beispiel des Burnouts, der heute immer mehr zunimmt. In der Anfangsphase, wenn der Spaß am Job abnimmt und der Alltag immer anstrengender wird, kann man mit Coaching noch sehr viel bewirken. Wer hier nicht frühzeitig handelt, riskiert ernsthafte psychische und körperliche Erkrankungen, die dann in die Hände von Therapeuten und Ärzte gehören und oft Jahre brauchen, bis sie einigermaßen ausgeheilt sind. Und das kostet nicht nur den Unternehmen viel Geld sondern bedeutet für den Betroffenen meist das Ende der Karriere, oft verbunden mit einem Job-Verlust, bis hin zum sozialen Abstieg.
 
 
LK: Wie hat man sich so ein Coaching vorzustellen?
Anke: Am Anfang steht die Kontaktaufnahme und ein unverbindliches erstes Kennenlernen. Dabei werden die Rahmenbedingungen und das Coaching-Anliegen geklärt. Danach können dann beide Seiten – Klient und Coach – entscheiden, ob Sie zusammenarbeiten wollen. Wie genau dann das eigentliche Coaching abläuft und welche Methoden der Coach verwendet, das kann sehr unterschiedlich sein. Einen guten Einblick hierein kann man z.B. bei unserer Veranstaltung “Impulse fürs Leben” am 17.11 in Landsberg am Lech gewinnen, wo 6 Coaches(*) aus dem Raum Lech – Ammersee Einblick in ihre Arbeitsweisen geben.
(*) Der Begriff “Coach” steht für beiderlei Geschlechter – in unserem Netzwerk sind derzeit fünf Frauen und ein Mann aktiv.
 
 
LK: Euer Netzwerk hat sich auf einen gemeinsamen Qualitätsstandard und Kodex geeinigt: Wie genau sieht das aus?
Anke: Qualität im Coaching ist uns sehr wichtig, da der Begriff “Coach” nicht geschützt ist. Jeder kann sich so nennen, unabhängig von seiner Qualifikation und Erfahrung. In unserem Netzwerk sind nur Coaches an Board, die eine solide Ausbildung haben und über Praxiserfahrung in ihrem Themenbereich verfügen. Weitere wichtige Punkte sind die Vertraulichkeit bzgl. der Themen, die im Coaching bewegt werden, die Transparenz über den Coaching-Prozess und das Handeln zum Wohle des Klienten. Das kann auch mal bedeuten, das wir einen Interessenten ermutigen, zu einem Kollegen von uns zu gehen, wenn wir das Gefühl haben, das er dort mit seinem Anliegen besser aufgehoben ist.

Das ganze Interview finden Sie auf den Seiten des Lebenskunstblogs 

 

 

 

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